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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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8. Februar 2022

2. Bewegung, Selbstwirksamkeit und Natur

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2.1 Freispiel

Beim freien Spielen fordern die Kinder ihre emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten heraus. Sie lernen spielerisch. Ihre Aktivitäten wählen sie selbst aus und entscheiden auch laufend, ob sie allein oder zusammen mit anderen spielen möchten und was sie wo und wie lange machen wollen. Das Freispiel macht ihnen Spass. Während den Betreuungszeiten, z.B. in Tagesstrukturen (vgl. Kapitel 5), oder Pausenzeiten nutzen die Kinder den naturnahen Spiel- und Pausenplatz besonders häufig für das freie Spielen.

Das Freispiel als Methode umfasst mehrere ausgewogene Spiel- und Bewegungsangebote. Naturnahe Spiel- und Pausenplätze bieten dafür ideale Voraussetzungen. So laden Teile von Baumstämmen zum Klettern und Balancieren ein, Büsche zum Verstecken, Abhänge zum Robben, Tiere zum Nachahmen etc. Damit wird bei den Kindern das Interesse geweckt, ihre natürliche Bewegungs-, Entdeckungs- und Erkundungslust auszuleben. Auch das unbeobachtete Spiel ist wichtig. Die Kinder können dabei ihre Selbstständigkeit üben, indem sie z.B. Konflikte selbst lösen müssen.

Als Lehrperson oder Betreuungsperson stellen Sie die Rahmenbedingungen für das Freispiel sicher, etwa die räumliche Aufteilung für die verschiedenen Spiel- und Bewegungsformen, den Zugang zum Material sowie ausreichend Zeit.

Vielseitige Angebote geben den Kindern Raum, elementare Bewegungsbedürfnisse (Elementare Bewegungsbedürfnisse) auszuleben. Ausserdem müssen die Kinder die Nutzungs- und Verhaltensregeln auf dem Platz kennen und sie einhalten. Ihre Aufgabe als Lehrperson oder Betreuungsperson ist es, dann zu intervenieren, wenn sich z.B. Geschlechterstereotypen oder Untergruppen bilden, die das positive Lernerlebnis der Kinder beeinträchtigen.

Das Freispiel von Kindern beinhaltet die folgenden Spielarten:

  • Gestaltungs- und Konstruktionsspiele, z.B. mit Sand, Kies, Erde, Wasser, Ästen
  • Freie Bewegung auf offenen Flächen, z.B. rennen, hüpfen, fangen, «Versteckis», «Schittli um», «Räuber und Poli»
  • Bewegung an fixierten Elementen, z.B. rutschen oder klettern auf Geräten, Bäumen, Mauern
  • Bewegung mit Fahrzeugen, z.B. mit Skateboards, Rollbrettern, Schlitten
  • Bewegung mit mobilen Objekten, z.B. Ballspiele, Hockey auf Hartplätzen
  • Imitations-, Beziehungs- und Rollenspiele, z.B. in Nischen, zwischen Büschen, auf Sitzbänken

Idealerweise nutzen auch Schülerinnen und Schüler ihre Pausenzeit vorwiegend für das freie Spielen statt nur fürs Znüni oder Zvieri. Damit sie ihre Zwischenmahlzeit trotzdem geniessen und Energie für den weiteren Unterricht tanken können, empfiehlt es sich, die Unterrichtslektion bereits 10 Minuten vor Pausenbeginn zu beenden und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern zu essen. Nach dem Pausengong gehen alle nach draussen, beenden allenfalls noch die Mahlzeit und legen dann sofort mit dem freien Spielen los. Die gemeinsame Zwischenmahlzeit bietet der Lehrperson und den Schülerinnen und Schülern auch eine gute Gelegenheit für den Austausch, z.B. über Ernährung oder über ausserschulische Themen.

Beim Freispiel machen Spielen und Lernen Spass! Lehr- oder Betreuungspersonen legen den Rahmen und die Regeln fest, die Kinder gestalten den Inhalt.

Praxisideen

Die folgenden Publikationen gehen auf die Bedeutung des freien Spielens vertieft ein und liefern Ideen, die sich gut auf dem naturnahen Spiel- und Pausenplatz umsetzen lassen: