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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




3. Ein naturnaher Spiel- und Pausenplatz für eine wohlwollende Schulkultur

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3.4 Interaktion und Integration fördern

Der naturnahe Spiel- und Pausenplatz fördert die Interaktion mit der Umwelt. Daraus entsteht eine gute Grundlage für gesunde, harmonische und achtsame Beziehungen zwischen Älteren und Jüngeren, Mädchen und Jungen und auch mit Kindern, die mit einer Behinderung leben müssen.

Es ist darauf zu achten, dass alle ihren Platz finden, die Bedürfnisse von anderen respektieren und dass negative Entwicklungen frühzeitig erkannt werden. Dies lässt sich vor allem durch Beobachtungen in den Pausen feststellen, wie z.B.:

  • Beschäftigen sich die Kinder vor allem mit traditionellen geschlechtsspezifischen Aktivitäten?
  • Erhalten einzelne Kinder wiederkehrend keinen Zugang zu den von ihnen gewünschten Aktivitäten?
  • Monopolisieren einige Kinder bestimmte Bereiche und drängen auf diese Weise die anderen dort hinaus?

Besprechen Sie problematische Vorkommnisse im Team und suchen Sie nach Lösungsmöglichkeiten, damit Sie unerwünschte Gewohnheiten und Regelverstösse unterbinden können. So erlauben räumliche oder zeitliche Nutzungsregeln in bestimmten Spiel- oder Sportbereichen, dass diese Bereiche für möglichst viele Kinder zugänglich bleiben. Machen Sie den Schülerinnen und Schülern mithilfe von Sanktionsmassnahmen unmissverständlich klar, dass rassistische, sexistische oder diskriminierende Bemerkungen und Verhaltensweisen auf dem naturnahen Spiel- und Pausenplatz keinesfalls toleriert werden.

Der Spiel- und Pausenplatz ist ein lebendiger und dynamischer Raum, der nach den gemeinsamen Bedürfnissen gestaltet sein soll. Diese können sich im Lauf der Zeit verändern. Daher ist es wichtig, offen für neue Ideen der Schülerinnen, Schülern und des Schulpersonals zu sein.

Chancengerechtigkeit

Befragen Sie die Schülerinnen und Schüler regelmässig nach ihrem Wohlbefinden auf dem Spiel- und Pausenplatz. Sie können sie auch für bestimmte soziale Verhaltensweisen sensibilisieren, etwa für Chancengerechtigkeit, für eine geschlechts- oder altersunabhängige Raumaufteilung und -nutzung oder für die Integration von Schülerinnen und Schülern mit eingeschränkten Möglichkeiten. In diesen Diskussionen können Sie geschlechterstereotype oder ausgrenzende Verhaltensweisen aufzeigen und gemeinsam hinterfragen.

Das Faktenblatt zur Förderung der Gleichstellung auf dem Spiel- und Pausenplatz zeigt auf, wie die Jungen und Mädchen den gemeinsamen Raum unterschiedlich nutzen und dass die Chancengerechtigkeit durch eine gendersensible Nutzung gefördert werden kann.

Götti-/Gotten-Prinzip (Patenschaften)

Bei Götti-/Gotten-Programmen bzw. Patenschaften übernehmen erfahrenere Schülerinnen und Schüler die Verantwortung für das Wohlergehen ihrer «Patenkinder». Sie nehmen sich ihnen an und helfen ihnen z.B., sich in das Geschehen auf dem Spiel- und Pausenplatz gut zu integrieren oder sich auf dem Gelände besser zurechtzufinden.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten mit dieser Betreuungsaufgabe die Möglichkeit, ihre personalen, sozialen und methodischen Kompetenzen zu stärken.