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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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15. Februar 2022

4. Der naturnahe Spiel- und Pausenplatz als Lernraum

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4.4 Draussen unterrichten ja, aber wie?

Überfachliche personale, soziale, methodische Kompetenzen sind für eine erfolgreiche Lebens-bewältigung zentral. Sie müssen nicht nur vom familiären und sozialen Umfeld, sondern auch im alltäglichen schulischen Zusammenleben gefördert werden.

Draussen lernen muss nicht unbedingt besser sein als drinnen lernen. Der Unterricht draussen kann und soll nicht das Klassenzimmer ersetzen. Er erweitert jedoch Ihre Handlungsmöglichkeiten. Sie können Ihren Unterricht abwechslungsreicher und vielseitiger gestalten.

Die Stiftung SILVIVA empfiehlt in ihrem Buch «Draussen unterrichten», erfahrene Lehrpersonen als Tandempartnerin bzw. Tandempartner zu gewinnen. Je mehr Erfahrungen Sie sammeln, desto einfacher fällt Ihnen die Gestaltung dieser Unterrichtsform.

Die folgenden Tipps sollen Sie dabei unterstützen:

  • Beim Draussen-Unterrichten ist bereits der Weg das Ziel. Überbrücken Sie deshalb den Weg zum eigentlichen Lernort mit Rätseln, Forscherfragen etc. So stimmen Sie die Kinder ein und schärfen ihre Wahrnehmung. Eine solche Einstimmung können z.B. auch ein vorbeikrabbelnder Käfer oder bunte Blumen am Wegrand sein.
  • Einstieg: Führen Sie die Schülerinnen und Schüler mit einer spielerischen, ruhigen oder bewegungsorientierten Aktivität ins Thema ein und wecken Sie so ihre Begeisterung. Kreieren Sie spannende und abwechslungsreiche Lernsituationen durch unterschiedliche Zugänge zur Natur, Sozialformen (Einzel-/Zweier-/Gruppenarbeiten) und Aktivitäten (dynamisch/ruhig).
  • Beachten Sie nebst den eigentlichen Fachbereichszielen, wenn immer möglich auch die überfachlichen Kompetenzen.
  • Verknüpfen Sie den Unterricht drinnen mit dem Unterricht draussen, indem Sie mit denselben Lernzielen und -themen arbeiten. Die Vor- und Nachbereitung kann z.B. im Schulzimmer erfolgen. Draussen eignen sich die Schülerinnen und Schüler mithilfe von problemlösungsorientierten Aufgaben in konkreten Situationen zusätzliche Kompetenzen an.
  • Selbstgesteuerte Lernphasen sind wichtig. Planen Sie deshalb genügend Zeit für das Freispiel, für Aktivitäten mit offenen Fragestellungen sowie ein bis zwei Zusatzaktivitäten als Reserve ein.
  • Denken Sie daran, dass der Unterricht draussen oft mehr Zeit benötigt als jener im Schulzimmer. Unvorhergesehene Ereignisse wecken das Interesse der Kinder und lenken sie von ihren Aufgaben ab, wie z.B. ein Insekt, ungewohnte Geräusche etc. Solche «Störungen» haben Vorrang, gehen Sie deshalb auf sie ein.