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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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Naturnahe Spiel- und Pausenplätze




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10. Juni 2022 | Katja Glogner, Stiftung Naturama Aargau

A. Allgemeine Informationen

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e. Erfolgsfaktoren und Stolpersteine

Was sind Erfolgsfaktoren und Stolpersteine im Entstehungsprozess?

Es gibt unterschiedliche Faktoren im Planungsprozess, die den Erfolg des Baus eines naturnahen Spiel- und Pausenplatzes beeinflussen. Hier finden Sie eine Auswahl.

Wenn der Zeithorizont zwischen Beteiligung und Umsetzung zu lange ist, kann Unmut, Ungeduld und Frust entstehen. Ebenso können unklar definierte Ziele und unterschiedliche Projektvorstellungen während der Planung zu Missverständnissen führen. Formulieren Sie gemeinsam klare Ziele.

Ungenügende Vorabklärungen der Rahmenbedingungen können zu Kostenüberschreitungen, Bauverzögerungen und Rekursen bei Baubewilligungsverfahren führen (z.B.: In welcher Zone befindet sich die Spielanlage, ist eine Kletteranlage in der Freihaltezone oder innerhalb des Waldabstands geplant? Welche Sicherheitsnormen müssen berücksichtigt werden?). Nehmen Sie sich genügend Zeit für die diversen Vorabklärungen.

Sollte das Budget nicht gleich 100'000 Franken für eine riesige Kletteranlage erlauben, macht das gar nichts! Es müssen nicht immer teure Spiel- und Kletteranlagen sein. Mit wenigen, einfachen, kostengünstigen Materialien wie z.B. Holzstämme, Erdmodellierung, Hügel mit Seil, Steine/Kies/Sand, Fallschutz mit Rundkies (unebener Boden) können die Kinder im Bereich von 5'000 bis 50'000 Franken sehr gut gefördert werden. Zudem regt freies Spielen in einem naturnahen Umfeld die Fantasie und unterschiedliche Regionen im Gehirn an.

Werden nicht einheimische, sich zu stark vermehrende Pflanzen oder ungeeignetes Saatgut (mit viel Anteil an billigen Blütenpflanzensamen, die nur einmal blühen und dann wieder verschwinden) verwendet, leidet darunter das Aussehen des Spiel- und Pausenplatzes (und auch sein Image). Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten.

Für die Bepflanzung sollte man sich Zeit nehmen, auch in einem partizipativen Prozess. Verzichten Sie nicht auf Pflanzen und Saatgut aus Zeitgründen oder weil die Anpflanz-Saison vorbei. Suchen Sie mit einer Fachperson nach Lösungen (z.B. Bepflanzung in Etappen, Zwischensaaten). Auch auf den Bodenaufbau sollte frühzeitig geachtet werden, damit nicht zu viele Nährstoffe im vorhandenen Boden sind und der Boden zuletzt ausgetauscht werden muss (Mehrkosten!).

Die Gestaltung des naturnahen Schulaussenraumes soll aus Kinderperspektive geschehen. Wird die Bepflanzung nur aus der Optik der Erwachsenen und gemäss ästhetischen Aspekten erarbeitet, kann es sein, dass die Kinder den Raum nicht als ihren eigenen ansehen bzw. gewisse Elemente (wie linear angeordnete Sträucher) nicht nutzen.

Es gibt Elemente, auf denen nur wenige Schülerinnen und Schüler gleichzeitig spielen können und die nur wenige Tätigkeiten erlauben, z.B. Rutschbahnen (herunterrutschen/hinaufklettern) oder Einzel-Schaukeln (hin- und herschaukeln, stehen). Auf Korbschaukeln hingegen können mehrere Kinder gleichzeitig schaukeln und Baumstamm-Mikados oder Baumstammtreppen laden zum Balancieren, Hüpfen, Rutschen, Klettern oder Sitzen ein. Eine Steinarena wiederum kann eine Ritterburg, eine Bühne, ein Schiff, eine Himmelswolke oder ein Aussenklassenzimmer sein – uns Erwachsenen fehlt bloss oft die Fantasie für Mehrfachnutzungen. Planen Sie deshalb multifunktionale Spielelemente ein.

Ein neues Bewegungs- und Spielelement, wie z.B. ein Tischtennistisch, ist schnell gekauft. Am falschen Ort aufgestellt, kann er eventuell aber nicht richtig genutzt werden … Nehmen Sie sich Zeit zum Einrichten und Gestalten von «spontanen Elementen».

Werden Blumenwiesen und Ruderalflächen gedüngt, wird die Entwicklung der Artenvielfalt um Jahre zurückgeworfen. Auch ein unsachgemässer Schnitt von Sträuchern kann dazu führen, dass sich die Schülerinnen und Schüler nicht mehr dazwischen verstecken können.